Schon seit längerer Zeit denke ich, dass ich unbedingt ein Regal brauche, in das ich meine ganzen Bücher reinstellen kann. Da ich im Moment etwas knapp bei Kasse bin, bin ich auf den Trip gekommen, mir vieles selbst herzustellen und zu bauen. Dazu zählte dann unter anderem auch mein Regal im Wohnzimmer. Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch und mich hat es wirklich sehr gestört, dass meine Bücher immer noch in einer Kiste verstaut in der hinteren Ecke des Wohnzimmers rumgelegen haben. Zum einen war das lästig beim Saubermachen und zum anderen sah es nicht schön aus. Ich habe zum Glück einen sehr guten Kumpel, der aus Berlin Mitte kommt und der handwerklich sehr begabt ist. Er arbeitet zwar als Programmierer, seine Freizeit verbringt er zum größten Teil jedoch mit Handwerken. Schade, dass ich handwerklich nicht annähernd so begabt bin, wie Tim! Aus kleinen Sachen, die man günstig oder sogar umsonst erwerben kann, zaubert er oftmals etwas ganz Tolles. Im Gegensatz zu Tim, der, wie er mir verraten hat, schon in der Grundschule im Fach Werken immer eine Eins hatte, hatte ich damals immer nur Dreien. Klar – Werken ist in den meisten Fällen Männersache. Aber Frauen schadet es meiner Meinung nach auch nicht, wenn sie ein bisschen mit Hammer und Nagel umgehen können. Tim hat mir also bei meinem Regalbau zur Seite gestanden. Zuerst haben wir die Breite meiner einen Wohnzimmerwand ausgemessen, um zu sehen, wie lang das Regal sein darf. Da ich an dieser Wand schon einen kleinen Schrank stehen habe, war dort noch genau 1,20 Meter für das Regal Platz. Wir haben uns einfach zwei 15 cm breite und 1,20 Meter lange Bretter aus dem Baumarkt besorgt und haben diese mit einem Akkuschrauber aneinandergeschraubt. Das muss man sich so vorstellen, dass das eine Brett waagerecht an das andere Brett angeschraubt wird. Das Fertigstellen des Regals war eine Arbeit von noch nicht mal 10 Minuten.

Dann haben wir das gebastelte Regal auch gleich an der Wand befestigt. Tim und ich haben an dem Tag noch ein Alster zusammen getrunken und auf unsere erfolgreiche Zusammenarbeit angestoßen. Als Tim später nach Hause gefahren ist, habe ich die Kiste mit den Büchern aus der Ecke hervorgeholt und die Bücher sorgfältig in mein neues Regal eingeräumt. Ich habe die Bücher der Größe nach aneinandergereiht. Erst hatte ich vor, sie farblich, passend zueinander zu sortieren. Das habe ich dann jedoch nicht getan. Damit die Bücher nicht links und rechts aus dem Regal hinausfallen, habe ich zwei Buchstützen aus Metall an jeweils eine Seite gestellt. Die Buchstützen sind schwarz und haben einen Pferdekopf. Diese hat mir meine Tante damals zur Konfirmation geschenkt. Ich war in dem Alter eine totale Pferdenärrin und konnte von diesen Tieren nicht genug bekommen. Ich nahm zwei Mal in der Woche Reitunterricht auf Schulpferden, auf einem kleinen Gestüt in der Nähe unseres damaligen Wohnorts. Mein Lieblingspferd war eine schwarze Stute mit dem Namen Distl. Nach einiger Zeit durfte ich mit diesem Tier sogar in der wöchentlich stattfindenden Springstunde mitreiten. Das war wirklich eine tolle Zeit, in der ich sehr viel Spaß hatte und in der ich auch eine Menge über Pferde und das Reiten gelernt habe. So viel zu meinen Buchstützen! Da sie schwarz sind, passen sie überall hin und ich bin heute noch froh, dass sie mir meine liebe Tante damals geschenkt hat. Mein Regal sieht wirklich sehr stylish aus und ist ein echter Hingucker in meiner kleinen Wohnung. Das haben sogar meine Eltern gesagt, die neulich mal zum Kaffee trinken bei mir zu Besuch waren.