Um Kraft für den Alltag zu tanken, gehe ich gerne raus in die Natur. Am allerliebsten halte ich mich im Tiergarten auf. Der riesige Park, der auch das Grüne Herz von Berlin genannt wird, liegt zwischen dem Regierungsviertel und dem Potsdamer Platz. Als ich klein war habe ich oftmals viel Zeit draußen mit meinen Großeltern und mit meinen Eltern verbracht. Wir sind viel spazieren gegangen und haben auch viele essbare Dinge in der Natur gesammelt und anschließend zusammen zu Hause verzehrt. Das war zum Beispiel Bärlauch, den wir zu Hause klein geschnitten und mit ein wenig Salz und Butter auf ein Brot geschmiert haben oder Pilze, genau genommen Champignons, die wir anschließend gebraten haben und mit einem Toastbrot zusammen vertilgt haben. Ich denke, dass mich diese Zeit sehr geprägt hat und dass ich es deshalb heutzutage immer noch liebe, viel Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Im Sommer ist es im Tierpark am schönsten. Alles um einen herum ist grün und man spürt richtig, wie gut einem die klare Luft tut. Es gibt unzählige Baumarten, die ich mittlerweile auch auseinanderhalten kann. Wenn ich keine Lust zum Spazieren gehen oder joggen habe, nehme ich mir eine Decke mit und lege mich direkt irgendwo, wo es mir am besten gefällt, auf den Rasen. Dann lasse ich die Sonne auf meinen Körper scheinen und oftmals lese ich dann ein Buch.


Mein Lieblingsbuch, welches ich euch allen sehr empfehlen kann ist „Der Pferdeflüsterer“ von dem Autor Nicholas Evans. Das Buch ist zwar schon etwas älter aber es ist eine Geschichte, die keinen Menschen kalt lässt. In dem Buch geht es um die 14-jährige Grace, die zusammen mit ihrer besten Freundin Judith ausreitet. Die beiden haben einen schlimmen Reitunfall, bei dem Judith und ihr Pferd sterben. Grace verliert bei dem Unfall ihr Bein und ihr Pferd wird schwer verletzt. Das Mädchen sowie ihr Pferd sind traumatisiert. Als es Grace körperlich einigermaßen wieder gut geht, beschließt ihre Mutter einen Pferdeflüsterer aufzusuchen. Eine lange Reise liegt vor Grace, ihrer Mutter und Pilgrim. Was gibt es noch für Bücher, die fesselnd sind und die man am liebsten am Stück lesen möchte, ohne sie aus der Hand zu legen? Wenn ich ein Buch lese kann ich mich immer gut in die Menschen, die darin vorkommen, hineinversetzen. Spätestens nach den ersten fünf Seiten merke ich, ob mich das Buch fasziniert und ob ich es schnell durchlesen werde, oder ob ich es wieder aus der Hand nehme und wahrscheinlich niemals lesen werde.

Eine Zeit lang habe ich mal als Babysitterin gearbeitet. Die Kinder, die ich betreut habe, waren allerdings keine Babys mehr, sondern Kleinkinder im Alter von vier bis sieben Jahren. Die Kids musste ich damals oft ins Bett bringen, da die Eltern am Abend ausgegangen sind. Ich habe ihnen oft etwas vorgelesen, damit sie besser und schneller einschlafen konnten. Da muss ich jetzt beim Schreiben auch etwas grinsen, da mir das von früher noch sehr bekannt vorkommt, als mir mein damaliges Kindermädchen, welches ein junger Typ aus unserer damaligen Nachbarschaft war, immer etwas vorgelesen hat, damit ich schnell einschlief. Ich wusste damals genau, dass der Junge mit dem Namen Adrian wollte, dass ich ganz schnell einschlafe. Dann konnte er sich nämlich ins Wohnzimmer auf die Couch fläzen und die Süßigkeiten essen, die ihm meine Eltern hingestellt hatten. Ich weiß noch, dass ich ihm oft einen Strich durch seine Rechnung gemacht habe. Ich bin so oft wieder aufgestanden, nachdem er mein Schlafzimmer verlassen hatte, und bin wieder zu ihm ins Wohnzimmer gegangen um ihm auf den Geist zu gehen. Mit mir hatte er das wirklich nicht ganz leicht.