Hat zufällig jemand von euch „Wer ist Hanna?“ gesehen? Der Film in dem Saoirse Ronan irgendwie eine genmanipulierte Kinder-Söldnerin des CIAs spielt und vor Cate Blanchett fliehen muss und aus irgendeinem Grund in Berlin landet (ehrlich gesagt, weiß ich es nicht mehr, also fragt mich nicht). Na ja, auf jeden Fall, in Berlin angekommen landet Hanna im Spreepark, einem ehemaligen Vergnügungspark im Ortsteil Plänterwald. Hanna landet in einem, ich nenn es mal „Märchenhaus“, unter dem Motto „Wilhelm Grimm“… dort hat es schummriges Licht und einen exzentrischen, vielleicht nicht besonders vertrauenswürdigen Mann.

Wenn man richtig überlegt, könnte es sich auch um eine Szene aus „Labyrinth“ mit David Bowie (RIP) handeln, so surreal ist es da. An sich ist das kein Wunder, besonders, wenn man weiß um was für eine Location im Berliner Bezirk Treptow es sich hier handelt. Der Spreepark war mal ein Vergnügungspark, bereits in der DDR errichtet, dann von einem zwielichtigen Schausteller übernommen, der das Ganze in die Insolvenz getrieben hat und sich dann mit samt 6 seiner Fahrgeschäfte nach Lima in Peru verzogen hat als in Deutschland eine Haftstrafe auf ihn wartete. Googelt doch einfach mal „Norbert Witte“ für mehr Infos.

Warum ich darauf komme? Ganz einfach, weil es jetzt wohl so aussieht, dass der Park, der seit 2002 mit samt übrig gebliebenen Fahrgeschäften vor sich her verwahrlost, in 2016 neues Leben bekommt. Ich weiß, das Ganze ist schwer vorzustellen, aber glaubt mir, da steht in Nähe vom Treptower Park seit 2002 ein eingezäuntes riesiges Gelände mit nicht funktionierenden, vor sich her rostenden großen und kleinen Attraktionen: Clownfiguren mit ausgeblasten Gesichtern, Figuren, die wohl mal sowas wie Dinosaurier waren, Teetassen, die sich nicht drehen und ein echtes, stillstehendes Riesenrad bei dem man sich gar nicht vorstellen mag was passiert, wenn es dann doch mal aus der Halterung fällt. Natürlich ist schon lange nicht mehr alles begehbar, weil eben zu gefährlich. Eine Zeit lang, damals war auch ich da, konnte man nur den vorderen Eingangsbereich betreten. Zum einmal Sitzen in einer sich nicht drehenden Teetasse hat es gereicht. Eine Zeit lang gab es auch Führungen durch das Gebiet, dann war mal alles komplett geschlossen – immer mit hoher garantierter Sicherheit und Wachpersonal.

Das Ganze hat schon etwas grusliges, auch Mystisches an sich, von einem Horrorfilm, der in einer Apokalypse spielt, in der die Reste eines Vergnügungsparks übriggeblieben sind. Ähnlich wie in diesem einen Resident Evil-Teil in dem nur noch die Schilder auf den Dächern der Häuser in Las Vegas herausragen, Alles andere ist zerstört. Kein Wunder also, dass die Macher von „Wer ist Hanna?“ diesen mysteriösen und gespenstischen Ort für eine spannende Szene gewählt haben. Die Location passt perfekt!

Wer also mal einen Gespenster-Vergnügungspark in live sehen will mit einem maroden Riesenrad in der Ferne bei dem man Angst haben muss, dass es einem auf dem Kopf fallen könnte (und was machen, wenn es wirklich passiert?), dann macht einen Spaziergang im Treptower Park. An sonnigen Tagen könnt ihr dort dann gleich Tretboot fahren. Das ist auch schön!